Das Nervenzentrum des OKH: Die unterirdische Verbindung von militärischer Führung und strategischer Nachrichtentechnik.
Zwischen 1937 und 1939 entstand in Wünsdorf der modernste militärische Nachrichtenknotenpunkt des Dritten Reiches. Maybach I diente als oberirdisch getarnte Bunkeranlage für das Oberkommando des Heeres (OKH), während die dreistöckige unterirdische Anlage „Zeppelin“ (Amt 500) den gesamten verschlüsselten Fernmeldeverkehr der Wehrmacht steuerte. Ein begehbarer Verbindungstunnel koppelte beide Systeme direkt aneinander.
Historische Fakten und Funde
- Bauzeitraum (1937–1939): Errichtung der zwölf scheinbaren „Wohnhäuser“ von Maybach I aus Stahlbeton mit Spitzdächern zur Lufttarnung.
- Das Amt 500 (Zeppelin): Inbetriebnahme eines 11.000 m² großen bombensicheren Nachrichtenzentrums mit eigener Post- und Fernschreibstelle unter der Erde.
- Der Verbindungstunnel: Entdeckung des unterirdischen Stollensystems, das den Führungsbunker direkt mit der Fernmeldezentrale verband.
- Sowjetische Besetzung (1945): Kampflose Einnahme der unbeschädigten Anlagen durch die Rote Armee am 20. April 1945 und anschließende Teildemontage.